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Blick auf einen Weinberg von Palette
Blick auf einen Weinberg von Palette

Palette

Die inoffizielle Grand Cru der Provence

Weinkenner mögen zwar das berühmte Château Simone kennen, doch über die winzige Appellation Palette, zu der das Château gehört, wissen nur die Wenigsten etwas. Dabei gelten die herausragenden Roséweine als inoffizielle Grand Crus der Provence. Herzlichen Glückwunsch! - Nach der Lektüre dieses Artikels werden Sie zu der elitären Gruppe von Weinliebhabern gehören, die von Appellation gehört haben. Als Lektüre-Pairing empfehlen wir Ihnen ein Glas gereiften Palette Rosé.

 



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Die AOC Palette liegt im Zentrum der Provence, südlich des großen Nachbarn Coteaux d’Aix-en-Provence. Die insgesamt 40 Hektar Rebfläche verteilen sich auf die Gemeinden Meyreuil und Le Tholonet. Gerade einmal sechs Weingüter teilen sich diese Weinbergsflächen. Und die Hälfte davon wird vom Château Simone bewirtschaftet.

 

Böden und Klima von Palette

Bepflanzt wurden die Flächen erstmals von den römischen Legionären des Konsuls Marius im 125 v. Christus. Doch es war Jean Rougier, Winzer in der 4. Generation auf Château Simone, der das einzigartige Terroir von Palette erkannte und dafür kämpfte, dass die Weinberge einen eigenen AOC-Status bekommen. Doch was ist so besonders an diesem kleinen Weinbaugebiet?

Wie auch im Rest der Provence ist das mediterrane Klima zuallererst heiß und trocken mit rund 3000 Sonnenstunden pro Jahr. Doch die Weinberge von Palette liegen an den nördlichen Hängen des Montaiguet-Massivs, eingebettet in ein natürliches Amphitheater. Dichte Wälder umgeben die Weinberge. Diese besondere Lage schützt die Reben einerseits vor zu starker Sonneneinstrahlung und zugleich vor den rauen Mistralwinden. Stattdessen profitieren sie von den Westwinden und den sanften Meeresbrisen, die durch das Tal des Flusses Arc wehen.

Die Böden bestehen überwiegend aus dem äußerst seltenen Calcaire de Langesse, Kalksteinschutt mit kleinen Beimischungen von Ton, Kies und Schotter. Dank dieses Bodentyps und der einzigartigen Lage erhielt Palette 1948 den Status einer Appellation d’Origine Contrôlée.

 

Die Weine von Palette

Außergewöhnlich ist auch, dass in der AOC Palette die Rotweinproduktion überwiegt, während im Rest der Provence Roséweine die erste Geige spielen. Rotweine stellen 45 Prozent der Gesamtproduktion, Weißweine 35 Prozent und Roséweine nur 20 Prozent.

Doch das Spannendste ist die unglaubliche Rebsortenvielfalt mit über 35 zugelassenen und zum Teil sehr seltenen Rebsorten. Neben klassischen Sorten wie Mourvèdre, Grenache, Cinsault oder Clairette, können Weinliebhaber hier alte provenzalische Rebsorten entdecken, die andernorts längst verschwunden sind und hier sorgfältig bewahrt werden. Dazu zählen unter anderem Durif, Brun-Fourcat, Manosquin, Terret Gris, Picardan, Pascal Blanc, Petit Brun oder Panse Muscade, um nur einige zu nennen.

Trotz dieser Vielfalt ist bei den Rot- und Roséweinen ein Mindestanteil von 50 Prozent der Hauptsorten Mourvèdre, Grenache und Cinsault vorgeschrieben. Bei den Rosés darf zudem ein Anteil von maximal 15 Prozent weißer Rebsorten die Cuvée ergänzen. Die Weine sind schwer und reichhaltig, aromatisch, entwickeln Aromen von Veilchen und zeigen ein schier unendliches Alterungspotenzial.

Bei den Weißweinen bildet Clairette Blanche die Hauptsorte. Diese muss mindestens 55 Prozent der Cuvée ausmachen. Daneben können zahlreiche weitere Rebsorten wie Colombard, Grenache Blanc, Picpoul und diverse weiße Muskat-Sorten die Cuvée ergänzen. Die daraus entstehenden Weißweine fallen in der Regel trocken, rund, und komplex aus, mit blumigen und exotischen Aromen.