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Blick über einen Weinberg in Bandol
Blick über einen Weinberg in Bandol

Bandol

Die besten Rotweine der Provence

Von Ihrem Stuhl blicken Sie auf einen Hafen mit kleinen, hölzernen, weiß, blau und gelb gefärbten Fischerbooten, die sanft in der warmen Mittelmeerbriese schaukeln. Hinter Ihnen hören sie das geschäftige Treiben des Marktes, auf dem regionale Spezialitäten angepriesen werden. Vor Ihnen steht ein Glas eiskalter Rosé. Aus dem Glas strömen Ihnen Noten von Quitte, Aprikose und Gewürzen entgegen. Am Gaumen zeigt sich der Wein rund und komplex mit unglaublicher Länge. Und da kommen auch schon Ihre in Thymian, Rosmarin und Weißwein gekochten Moules. Willkommen in Bandol!

 

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Klima und Böden von Bandol

Das Hafenstädtchen Bandol ist einer der ältesten Badeorte an der Côte d’Azur und befindet sich im Süden des Gebirgsmassivs Saint-Baume zwischen Marseille und Toulon. Etwa 50 Weingüter bewirtschaften 1600 Hektar Rebfläche, die sich auf die acht Bandol, La Cadière, Le Beausset, Le Castellet, Ollioules, Sainte Anne d'Evenos, Saint-Cyr und Sanary verteilen. Die Appellation ähnelt einem natürlichen, zum Meer hin offenen Amphitheater, mit nach Süden ausgerichteten, terrassierten Lagen. Die kargen Böden sind stark kalkhaltig, mit Lehmeinschlüssen und Sedimenten von Geröll und Sand.

Das mediterrane Klima ist heiß und sehr trocken. 3000 Sonnenstunden Jährlich stehen gerade einmal einer Niederschlagsmenge von 600 Millimetern gegenüber.  Der Montagne Sainte-Victoire und das Massif de la Sainte-Baume im Norden und die Chaîne de Saint-Cyr im Westen schützen die Reben vor kalten Nordwinden.

 

Hier gibt Mourvèdre den Ton an

Wie üblich in der Provence wird auch in Bandol mehrheitlich Rosé produziert. Fast zwei Drittel der Gesamtproduktion machen Roséweine aus. Doch ihre einzigartige Balance aus Komplexität und Länge bei gleichzeitiger mineralischer Frische heben sie vom ordinären Rosé de Provence ab. Die extrem lagerfähigen Bandol Rosés gelten als weltweite Referenz dafür, wieviel Geschmack und Charakter ein Rosé haben kann.

Doch die eigentliche Stärke der Appellation liegt in den herausragenden, charaktervollen Rotweinen, die zu den ganz großen Rotweinen Frankreichs gehören. Sie sind perfekt strukturiert mit präsenten Tanninen, Aromen von dunklen Früchten, Leder und Gewürzen. Und sie verfügen über ein enormes Alterungspotenzial.

Sowohl bei den Roten als auch bei den Rosés spielt Mourvèdre die erste Geige. Im Rotwein muss er mindestens 50 Prozent der Cuvée ausmachen, ergänzt durch die Rebsorten Grenache, Cinsault, Syrah und Carignan. Für die Roséweine dürfen bis zu 20 Prozent weiße Sorten verwendet werden. Das warme, Mittelmeerklima bietet ideale Bedingungen für die spätreifende Rebsorte Mourvèdre. Der frühreifende Grenache, die zweitwichtigste Rebsorte, wird dagegen eher an den kühleren, nach Norden ausgerichteten Hängen gepflanzt, um die Gefahr der Überreife zu reduzieren.

Für die wenigen produzierten Weißweine sind die Rebsorten Clairette blanche, Bourboulenc, Ugni blanc, Marsanne, Sauvignon Blanc, Semillon und Vermentino zugelassen. Auch sie präsentieren sich in der Regel vollmundig und saftig, ohne dabei an Eleganz und Finesse einzubüßen.

 

Die Geschichte von Bandol

Im 6. Jahrhundert v. Chr. landeten die Phönizier auf dem Appellationsgebiet von Bandol und beschlossen nahe der heutigen Gemeinde Le Castellet eine Kolonie namens Torroeis zu gründen. Schon zu jener Zeit verschifften die großen Seefahrer und Kaufleute der Antike die in Amphoren gelagerten Weine von hier in die Welt.

Unter Römischer Herrschaft änderte sich der Name der Siedlung ab 125 v. Chr.  in Torroentum. Die von den Römern terrassenförmig angelegten Weinberge bestehen noch heute. Im Verlauf der Jahrhunderte erfreuten sich die Weine aus Bandol immer größerer Beliebtheit und wurden regelmäßig am französischen Königshof serviert. Erst im 16. Jahrhundert erhielt das Hafenstädtchen vor der Île Bendor den Namen Bandol.

Im 19. Jahrhundert verdrängte die Blumenproduktion den Weinbau für einige Zeit. Doch glücklicherweise besannen sich die Bandolesen und pflanzten während der „Belle Epoque“ rund um die Stadt wieder Weinreben an. Im Jahr 1941 erhielt Bandol den Staus einer Appellation d'Origine Contrôlée.